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Regie und Souffleuse sind die weithin bekannten Aufgaben hinter der Bühne. Bei diesem kleinen Streifzug hinter die Kulissen finden wir noch eine Menge mehr: Regieassistenz Die Regieassistenz hat die Aufgabe der Qualitätssicherung. Sie sorgt dafür, daß sich in bereits fertig inszenierten Szenen keine Fehler und Unsauberkeiten einschleichen. Die Regieassistenz ist bei jeder Probe und bei jeder Aufführung dabei. Spricht ein Schauspieler zu laut, zu leise, zu schnell, kommt ein Toneinsatz zu spät, stimmen die Lichtwechsel nicht, dann greift die Regieassistenz zu Stift und Zettel. Alles was ihr auffällt bespricht sie nach der Aufführung mit dem Regisseur und gibt dessen Anweisungen an die verantwortlichen Stellen, sprich Inspizient, Requisiteur, Techniker, etc. weiter. Ausserdem ist Sie Ansprechpartner fur die tausend kleinen Wehwehchen die im Laufe einer Inszenierung auftreten und versucht diese Sachen vom Regiseur fernzuhalten. Inspizient Er ist für den reibungslosen Ablauf des Stückes verantwortlich und sorgt dafür, daß Schauspieler rechtzeitig zu Ihrem Auftritt kommen. Es ist die zentrale Schaltstelle an der alle Fäden zusammenlaufen und Abläufe synchronisiert werden. Ohne ihn leuchtet kein Licht und öffnet sich kein Vorhang. Tontechnik Während bei großen Bühnen das Telefonklingeln aus Monitorboxen eingespielt wird ist das Telefon bei uns auf der Bühne voll funktionsfähig und klingelt noch live. Das gleiche gilt für die Türglocke. Aber ganz ohne Tontechnik geht es nicht. Das Einspielen der aktuellen Nachrichten oder von Kirchturmglocken bis hin zum Verkehrsunfall verlangt ein absolut genaues Zeitgefühl. Die richtig harte Arbeit ist bei der Aufführung allerdings bereits Vergangenheit. Bereits während der Probenzeit wurde jedes Geräusch zehntelsekundengenau geschnitten und digital überarbeitet. Beleuchtungstechnik Große Bühnen haben oft 100 und mehr Scheinwerfer. Bei kleinen Bühnen ist viel Kreativität und Können erforderlich, um auch mit übersichtlichen 12 Scheinwerfen eine Stimmung auf die Bühne zu zaubern. Die Hauptarbeit liegt in den Abenden und am Nachmittag vor der Premiere, denn erst dann steht das Bühnenbild zum ersten Mal und Scheinwerfer können aufgebaut und Stimmungswechsel programmiert werden. Maskenbildner Bereits Stunden vorher geht es in der Maske wild her. 20 bis 60 Minuten verbringt jeder Schauspieler vor dem Aufführungsbeginn vor dem Spiegel. Nach diesen 60 Minuten sieht man dann 20 Jahre jünger oder auch 40 Jahre älter aus. Die so geschminkten Schauspieler würden auf der Straße sehr auffallen. Die Gesichtszüge sind sehr betont geschminkt, damit Freude und Trauer auch bei der großen Entfernung zur Bühne gut zur Geltung kommen. Aber auch während des Stückes wird geschminkt. Wer gerade noch mit nassen Haaren in der Badewanne sitzt, kann in der übernächsten Szene mit guter Frisur im Restaurant sitzen. Eine echte Herausforderung. Bühnentechniker In den Umbaupausen ist Muskelkraft gefragt. Nicht selten findet ein kompletter Umzug statt. Im Gegensatz zu großen Bühnen verfügen wir nicht über Seilzüge, so daß die Grundkulisse immer stehen bleiben muß. Der Aufbau eines Bühnenbildes nimmt etwa fünf bis acht Stunden in Anspruch. Abgebaut sind die Kulissen in zwei bis drei Stunden. Kulissenbau Da das Bühnenbild erst kurz vor der Premiere real zur Verfügung steht, bauen wir häufig vorher ein Modell, um Situationen auf der Bühne durchzuspielen. Nach diesem Modell werden dann nebenbei die richtigen Kulissenteile als eine Art Bausatz gefertigt. Zum ersten Mal zusammengebaut werden diese dann wenige Wochen vor der Premiere. Requisite Sie sind zuständig für alles kleine was beweglich ist und von den Schauspielern in die Hand genommen wird. Von der Schnapsflasche über Schallplatten, bis zum Laptop. Alles muß an der richtigen Stelle liegen. Aber auch alles was im Laufe der Aufführung gebraucht wird muß bereits vorher bereit liegen bevor der Vorhang das erste Mal aufgeht. Garderobiere Auf der Bühne herrscht ein anderes Zeitgefüge als in der realen Welt. Vom Bett bis an den Frühstückstisch braucht es nur 4 Minuten. Noch während des Ganges von der Bühne zieht der Schauspieler bereits den Pyjama aus. In der Garderobe angekommen wird er bereits von mehreren Garderobieren erwartet. In Windeseile werden Schuhe und Krawatten gebunden. Geschafft! Noch 60 Sekunden, jetzt schnell in die Maske. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Eine Produktion muss nicht nur ausreichend geplant, sondern auch publik gemacht werden. Da gilt es Texte zu verfassen, Kontakt mit der Lokalpresse aufzunehmen oder einfach nur Flyer und Plakate zu verteilen - alles zeitintensive Aufgaben, ohne die es aber nicht geht. Schließlich wollen wir möglichst viele Zuschauer auf das Stück aufmerksam machen und am Schluß volle Theatersäle haben. Jede Menge Arbeit für Leute mit Ideen und dem nötigen Anpackvermögen. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||